Jürgen Kemmner | Leonberger Kreiszeitung vom 16.02.2026
„Es war von Beginn an klar, dass Schwerin diese Partie dominant gestalten und unbedingt souverän gewinnen will“, sagte Manuel Hartmann, „das hat uns mental schon überrascht.“ Soll heißen: Koslowski hatte seine erste Sechs aufs Feld geschickt und seine Stammkräfte bis Ende des ersten Satzes durchgängig dort belassen.
Keine Experimente gegen einen Aufsteiger hieß das SSC-Motto. Denn am 24. Januar hatte Schwerin zwei Sätze an die Skurios Volleys Borken abgegeben, das sollte sich gegen den TSV Flacht vor eigenem Publikum keinesfalls wiederholen. So war’s keine Überraschung, dass das Team aus der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern die ersten beiden Durchgänge wie ein Waschmaschinen-Schnellprogramm in 38 Minuten abgespult und die Blaubären ordentlich durchgeschleudert hatte. „Wenn die erste Sechs des SSC in guter Verfassung antritt“, sagte der TSV-Cheftrainer, „sind wir auf verlorenem Posten.“ Dazu gesellten sich viele Fehler bei den Flachter Frauen – 28 unerzwungene Patzer standen lediglich zwölf des SSC gegenüber. „Das waren viel zu viele“, kritisierte Hartmann, „das sind mehr Punkte als für einen Satz nötig sind.“
Gegen die Aufschläge von Ex-Junioren-Nationalspielerin Mia Kirchhoff (21), die die Bälle mit einem harten Topspin übers Netz hämmerte, fand der TSV Flacht kein Mittel – im zweiten Satz sammelte Kirchhoff für den SSC Schwerin zehn Punkte in Folge und bald war auch dieser Durchgang mit 25:12 an die Gastgeber gegangen. Erst im dritten Satz schaltete Schwerin einen Gang zurück, SSC-Trainer Koslowski gab seiner zweiten Garde Einsatzzeit – seinerseits hatte Hartmann schon gegen Ende des zweiten Satzes begonnen durchzuwechseln. „Dann hat sich ein Spiel entwickelt, es war einigermaßen ausgeglichen“, meinte der Blaubären-Coach.
Dabei trumpfte Sara Marjanovic ordentlich auf, die in den Partien zuvor nur wenig Spielzeit erhalten hatte – mit neun Angriffspunkten war die 25 Jahre alte Außenangreiferin die erfolgreichste Spielerin der Blaubären von Hanne Binkau (3) und Frauke Neuhaus (2). Folgerichtig wurde Sara Marjanovic zur wertvollsten Spielerin des TSV Flacht gewählt. „Sie hat sich sehr gut präsentiert“, unterstrich Manuel Hartmann, „ihr beherzter Auftritt hat auch dem Rest der Mannschaft Sicherheit gegeben.“
Die Blaubären legten im dritten Satz die Nervosität ab, spielten lockerer und hätten fast die 20-Punkte-Hürde übersprungen. So fand Hartmann eine positive Erkenntnis aus dem 0:3. „Wir haben gesehen“, sagte der Cheftrainer, „dass wir genug Breite im Kader haben – alle Spielerinnen waren bereit auf dem Feld.“ Eine gute Botschaft, wenn nun die Gegner vor der Tür stehen, gegen die sich die Blaubären punktemäßig etwas ausrechnen: der ETV Hamburg nächsten Samstag (19.30 Uhr), die Auswärtspartie bei den Ladies in Black Aachen am 1. März und Borken am 7. März in der Heckengäusporthalle.

