Leonberger Kreiszeitung vom 26.01.2026: Den Blaubären wird das Fell über die Ohren gezogen
- Kategorie: Volleyball
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Bundesliga-Aufsteiger TSV Flacht wird beim Tabellenzweiten VfB Suhl in nur 54 Minuten mit einem 0:3 (13:25, 7:25, 7:25) abgefertigt.
Jürgen Kemmner
„Ob in Angriff und Annahme, ob im Block oder im Zuspiel“, klagte Co-Trainer Nico Reinecke, der den grippegeplagte Chefcoach Manuel Hartmann vertrat, „nichts hat so funktioniert wie man es von der Mannschaft hätte erwarten können.“ So war die Begegnung bereits nach 54 Spielminuten beendet – Negativrekord für die Blaubären, nie dauerte ein Bundesliga-Spiel mit ihnen kürzer.
Um irgendwelchen Fantastereien vorzubeugen: Der Tross aus dem Heckengäu war freilich mit stark gedämpften Erwartungen nach Thüringen gereist. „Uns allen war absolut bewusst“, sagte Nico Reinecke, „dass der VfB Suhl eine andere Hausnummer darstellt wie der USC Münster.“ Soll heißen: Mit einem Satzgewinn wie beim USC liebäugelte niemand bei den Blaubären. Aber die Mannschaft, so die Vorgabe des Co-Trainers, sollte mit dem Spirit vom Münster-Spiel aufs Feld laufen.
Doch davon war der TSV Flacht so weit entfernt wie ein Tanzbär von einer Berufung ins Stuttgarter Ballett. Egal ob Offensive oder Defensive, die Blaubären waren nicht konkurrenzfähig. Frauke Neuhaus hatte eine erfolgreiche Angriffsquote von 16 Prozent, der VfB Suhl hatte sich auf die Flachter Kapitänin bestens eingestellt. Suhl gelangen 13 Blockpunkte, den Blaubären lediglich winzige zwei. „Es gab kaum gelungene Aktionen, an denen wir uns hätten mental hochziehen können“, konstatierte Nico Reinecke.
Darüber hinaus produzierte das Volleyball-Personal aus dem Heckengäu Fehler am Fließband – die Bälle blieben im VfB Block hängen (13-mal), es gab Patzer im Angriff (11-mal), die Annahme schlug neunmal fehl und viermal landete ein Aufschlag nicht im gegnerischen Feld. „Wir haben eigene Fehler geleistet, die gut eineinhalb Sätze ausmachen“, räumte der Flachter Co-Trainer ein, „und wir alle wissen: Das können wir besser.“
Daher wird der niveau-arme Auftritt in Suhl auch nicht abgehakt nach dem Motto „Mund abputzen, weitermachen“. In dieser Woche vor dem Heimspiel gegen den VC Wiesbaden am nächsten Sonntag (18 Uhr) wird die Partie noch einmal durchleuchtet, um eine Antwort auf die Frage zu erhalten: Warum war die Mannschaft lediglich körperlich, aber nicht mental anwesend in der Sporthalle Wolfsgrube? „Wir müssen daraus die richtigen Lehren ziehen“, verdeutlich Nico Reinecke die Aufgabe des Trainerteams.
Denn gegen die schwächeren Gegner wie VC Wiesbaden und vor allem die Mitaufsteiger Volleys Borken und ETV Hamburg sollen sich die Blaubären physisch fit und geistig gesund in Topform befinden.

