Pressemitteilung des TSV Flacht vom 18.03.2026
- Kategorie: Volleyball
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Entgegen allen Wahrscheinlichkeiten kämpfen sich die Binder Blaubären TSV Flacht nach einem Rückstand beim Dresdner SC zurück und erbeuten mit einem 2:3 den wichtigen Punkt.
Die Anhänger der Binder Blaubären hatten im Vorfeld gewitzelt: Man müsse ja gar nicht beim großen Dresdner SC gewinnen, ein Punkt würde reichen, um den TSV Flacht sicher zum tabellenbesten Aufsteiger zu machen. Die Mannschaft von Trainer Manuel Hartmann schien diese Fantasie wörtlich zu nehmen. Tatsächlich gelang den Blaubären aus Flacht, was keiner für möglich gehalten hatte. Dabei hatte es am Anfang noch nicht nach Erfolg ausgesehen. Oder gerade doch.
Denn der mutige Aufsteiger aus dem Süden gab sich beim ostdeutschen Titanen, der noch auf den zweiten Tabellenplatz schielte, keinesfalls wie das benötigte Kanonenfutter für den Dresdner SC – ganz im Gegenteil. Mit einem begeisternden Auftritt in der gut besuchten Dresdner Margon Arena brachten die Blaubären Flacht den amtierenden Vizemeister schier zur Verzweiflung. Es ging so weit, dass die Blaubären dem Satzgewinn zunächst näher waren als die Hausherrinnen, am Ende zogen die auf höchstem nationalen und internationalen Niveau erfahrenen DSC-Profis den Satz denkbar knapp auf ihre Seite (25:23). Als der Gastgeber mit einem zweiten Satzgewinn in die Pause ging (25:18), waren sich viele der Rot-Schwarzen Anhänger sicher eines klaren Heimsieges zum Abschluss der Hauptrunde gewiss. Sie sollten sich bitter täuschen.
Die Blaubären haben sich in ihrer ersten Bundesliga-Spielzeit einen Ruf erarbeitet. Die Mannschaft geht an ihre Grenze, sie kämpft und lässt sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen. Dazu passt eine Statistik: die Flachter Blaubären holten in dieser Saison noch nie Punkte nach einem gewonnenen ersten Satz. Überhaupt gewannen sie nur in Münster den ersten Satz, in allen anderen Spielen ging der erste Durchgang an den Gegner, so auch in Dresden. Doch der doppelte Rückstand beeindruckte weder die Mannschaft um Kapitänin und MVP Frauke Neuhaus noch die zahlreichen Flachter Anhänger, welche die Margon Arena aufmischten und sich gegen eine mehr als 60-fache Dresdner Überrepräsentation auf den Rängen lautstark bemerkbar machten. Im Zusammenspiel stemmte sich der Verein gegen die drohende Niederlage, mit 25:22 krallten sich die Schwarz-Blauen den dritten Satz. Bis auf die Top-Drei aus Stuttgart, Suhl und Schwerin hatte keine andere Mannschaft auch nur einen einzigen Satz in der Dresdner Sportstätte, die sich mit der Sporthalle Berg Fidel in Münster den Status als größte Halle der Bundesliga teilt, gewonnen. Doch die Blaubären schickten sich an, noch einen drauflegen.
Der Dresdner SC hatte weiterhin große Mühe, die wildgewordenen Bären zu bändigen. Im vierten Satz, der für den DSC den sicheren Dreier hätte bringen können, gelang es dem Heimteam kaum nennenswert, an den Gästen vorbeizuziehen. Der verbissen kämpfende Flachter TSV ließ sich nicht abschütteln und rang den turmhohen Favoriten Tatsächlich nieder. Nach einem 25:23 für die Frauen aus Flacht ging es tatsächlich entgegen allen Erwartungen in den Tie-Break. Das zweitlängste Spiel des Tages ging damit erst als letztes Duell der Hauptrunde zu Ende. Zwar gewann der DSC diesen mit 15:11, doch der Flachter Freude tat dies keinerlei Abbruch.
Anders als für Dresden verändert der Punktgewinn an der Flachter Situation noch ganz Entscheidendes. Dresden musste auf Ausrutscher des SSC Palmberg Schwerin und des VfB Suhl hoffen, um die Chance zu wahren, als Zweitplatzierter in die Playoffs um die Meisterschaft einzuziehen. Doch diese Hoffnungen wurden nicht erfüllt. Die Suhler Wölfe gaben sich in Aachen kaum Blöße und siegten souverän mit 3:1. Schwerin dagegen holte sich im Spitzenspiel gegen den weit enteilten Tabellenführer aus Stuttgart nur einen Punkt, wodurch der SSC den zweiten Platz an den Pokalsieger aus Suhl abgeben muss, zumindest aber vor Dresden verbleibt. Flacht hingegen punktet zum dritten Mal in Folge und schiebt sich damit vor die Skurios Volleys Borken. Die Binder Blaubären TSV Flacht schaffen das Unmögliche: der große Außenseiter schließt seine Debütsaison im deutschen Oberhaus als bester Aufsteiger ab. Die Mannschaft wurde vor dem Gästeblock empfangen und als die Dresdner Anhänger die Halle längst verlassen hatten, noch mit lautstarken Gesängen in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet.
Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht
Foto: Nils Wüchner
Die erste Saison des TSV Flacht in der ersten Volleyball-Bundesliga neigt sich dem Ende zu. Ein letzter Ausflug führt die Binder Blaubären nach Dresden.
Weit über allen Erwartungen
Es hätte alles ganz anders kommen können. Viele kritische Stimmen wären sicher davon ausgegangen, dass der große Außenseiter aus dem kleinen Flacht in seiner Debüt-Spielzeit in der höchsten Spielklasse Deutschlands ohne Land zu sehen den letzten Platz belegen würde. Aber das Team von Manuel Hartmann strafte alle Kritiker Lügen. Vor dem letzten Spieltag stehen die Blaubären auf Platz zehn in der Tabelle, haben Mitaufsteiger Hamburg meilenweit hinter sich gelassen und sind mit den Skurios Volleys Borken auf Rang neun nicht nur punktgleich, sondern weisen sogar beinahe das gleiche Satzverhältnis auf. Ein utopischer Punktgewinn in der sächsischen Hauptstadt würde die Blaubären zum besten Aufsteiger machen, jedoch hat auch der DSC alle Gründe, die Punkt für sich beanspruchen zu wollen.
Rechenspiele für die Play-Offs
Dresden nur auf Platz vier der Liga-Tabelle, das wirkt falsch. Doch der DSC steht aktuell hinter den übermächtigen Stuttgartern, dem noch amtierenden Meister Schwerin und dem frisch gebackenen Pokalsieger VfB Suhl, der sich in dieser Spielzeit zu einer absoluten Spitzenmannschaft gemausert hat. Und doch kann der Dresdner SC am letzten Spieltag der Saison sogar noch den zweiten Platz erobern, wenn alles glatt läuft für die Rot-Schwarzen. Die Rechnung: Zunächst muss der DSC drei Punkte gegen die Gäste aus dem Heckengäu sichern, damit auf 46 Punkte und mit einem glatten Dreisatzsieg sein Verhältnis auf plus 33 erhöhen. Wenn der VfB Suhl bei den Ladies in Black Aachen, die gegen den USC Münster Platz fünf im Play-Off-Ranking verteidigen wollen, Federn lässt und maximal einen Punkt mitnimmt, kassieren die Dresdner den Konkurrenten. Gleichzeitig hofft man auf eine Niederlage der Schweriner gegen den Pokal-Vize aus Stuttgart, dann ist sogar Platz zwei möglich. Gewiss, eine Gleichung mit vielen Windungen, für den DSC aber die große Chance, die eigenen Play-Off-Chancen zu erhöhen.
Flachter Punkt wäre große Sensation
So oder so wäre ein Punktgewinn für die Binder Blaubären beim Champions-League-Team aus dem Osten eine mittelschwere Sensation. In der Dresdner Margon Arena punkteten in dieser Spielzeit neben den siegreichen Stuttgartern nur Suhl und Schwerin, alle anderen Gegner wurden ohne einen Satzgewinn abgefertigt. Die Frauen aus Flacht haben keinerlei Druck in der Hauptstadt Sachsens und können, wie es ihnen am besten liegt, völlig befreit aufspielen und ihren letzten Einsatz der Premieren-Saison in vollen Zügen genießen.
Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht
Foto: Nils Wüchner
Bewertung: 5 / 5
Mit zwei Heimsiegen besiegeln wir vorzeitig die Meisterschaft in der Landesliga! Einmal mehr lassen wir uns durch Rückstände nicht kleinkriegen und machen den Aufstieg zuhause fest. NEXT STOP: VERBANDSLIGA!
Hier der Bericht von der Stuttgarter Zeitung vom 13.03.26 | Jürgen Kemmner
Jubel bei den Volleyballern des TSV Flacht: Das Team von Trainer Kai-Uwe Hollmann hat am vergangenen Wochenende vorzeitig den Aufstieg in die Verbandsliga fix gemacht. Mit einem 3:0 über den PSV Reutlingen und einem 3:1 über den VfL Pfullingen ist Flacht nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Die Blaubären profitierten am Heimspieltag vom Ausrutscher des härtesten Konkurrenten TV Rottenburg 4, der dem TSV Frommern 2:3 unterlegen war.
„Schön, dass wir den Aufstieg in der eigenen Halle feiern konnten“, erzählt Hollmann, der die TSV-Männer als Coach im vierten Jahr betreut. Damit haben die Flachter den ersten wichtigen Schritt zurückgelegt auf dem Weg, der sie wieder in die Oberliga führen soll.
Vor sechs Jahren schlug der Club noch dort auf, Coach war Nico Reinecke, der aktuell Co-Trainer der Bundesliga-Frauen des TSV ist. Nach einem massiven Abfluss von Spielern wurden die Flachter in der Folge jedoch bis in die Landesliga durchgereicht. „Wir haben dann mit jungen Spielern einen Neuanfang gestartet“, erinnert sich Kai-Uwe Hollmann, der als aktiver Spieler mit dem TV Hausen in der dritten Liga agierte. Das Team fand mehr und mehr zusammen, der Erfahrungsschatz wuchs – was mit der Landesliga-Meisterschaft (vorerst) vollendet wurde.
Die Verbandsliga soll lediglich eine Zwischenstation darstellen, mittelfristig wollen sich die Männer des Clubs wieder mit Gegnern in der Oberliga messen. „Nun ist der Klassenverbleib angepeilt“, sagt der 42 Jahre alte Coach, „aber mein Ziel ist der Aufstieg in die Oberliga.“ Durch die gute Jugendarbeit soll das Team mit talentiertem Kräften verstärkt werden. „Das ist ein Prozess, das geht nicht von heute auf morgen“, sagt Hollmann.