• Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

News

Vorbericht: Zurück zum Startschuss: Blaubären gegen VC Wiesbaden

Nach der Rückkehr aus Suhl steht für die Binder Blaubären TSV Flacht endlich wieder ein Heimspiel an. Zu Gast in der Bärenhöhle ist erstmalig der VC Wiesbaden.

Das erste Auswärtsspiel ihrer Erstligageschichte bestritten die Blaubären bei Schwarz-Weiß Erfurt, nachdem diese Anfang Januar in der Bärenhöhle gastierten, folgt nun das Duell mit dem VC Wiesbaden. Nach zwei Heimspielen gegen Münster und Suhl, die zuletzt Besuch vom TSV Flacht erhielten, reisten die Schwarz-Blauen zu den Himmelblauen in die hessische Landeshauptstadt. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich die Flachter Mannschaft noch in der Findungsphase, doch das Spiel in Wiesbaden stellte einen Wendepunkt, einen Startschuss für das Team von Manuel Hartmann dar. Nach zwei mit elf und neun Punkten deutlich verlorenen ersten Sätzen ging während der folgenden Pause offenbar ein Rück durch die Mannschaft - im dritten Satz sammelten die Blaubären stolze 19 Punkte und präsentierten den ersten von vielen folgenden hochemotionalen Auftritten.

Wiesbaden im Umbruch: Keine Chance gegen große Gegner
Wiesbaden spielt in einer Spielzeit nach gewaltigem Umbruch (12 Abgänge im Sommer) wie gewohnt im Mittelfeld der Liga mit. Von bislang 14 Spielen gewann der VCW sieben, diese allerdings vor allem gegen tiefer platzierte Mannschaften. Unter anderem die bisherigen vier Spiele gegen die neuen Aufsteiger sicherten Wiesbaden lockere Dreisatzsiege. Hinter Aachen und Münster bildet die Mannschaft derzeit das Schlusslicht der Mittelfeld-Fraktion. Im DVV-Pokal verlor die Mannschaft von Trainer Tigin Yaglioglu im Achtelfinale ebenso wie in beiden Ligaduellen gegen Aachen.

Blaubären auf der Jagd nach dem nächsten Applaus
Nicht nur die eigenen Anhänger feierten die Blaubären frenetisch, auch der gegnerische Anhang bedachte den Aufsteiger mit ehrfürchtigem Applaus. Wenn Flachts Blaubären am Sonntag ab 18:00 Uhr den 15. Spieltag der Saison beschließen, soll es diesen erneut geben.

Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht


Leonberger Kreiszeitung vom 26.01.2026: Den Blaubären wird das Fell über die Ohren gezogen

Bundesliga-Aufsteiger TSV Flacht wird beim Tabellenzweiten VfB Suhl in nur 54 Minuten mit einem 0:3 (13:25, 7:25, 7:25) abgefertigt.

Jürgen Kemmner

Suhl/LeonbergEs gibt im Sport verschiedene Arten von Niederlagen. Das 1:3 der Binder Blaubären beim USC Münster war eine, die Mut machte, weil beim Erstliga-Neuling viel funktionierte. Das 0:3 der TSV-Frauen beim VfB Suhl dagegen war eine, die auch die Optimisten rund um die Blaubären erschreckte, weil sämtlichen Volleyball-Anforderungen nicht erfüllt worden waren.

„Ob in Angriff und Annahme, ob im Block oder im Zuspiel“, klagte Co-Trainer Nico Reinecke, der den grippegeplagte Chefcoach Manuel Hartmann vertrat, „nichts hat so funktioniert wie man es von der Mannschaft hätte erwarten können.“ So war die Begegnung bereits nach 54 Spielminuten beendet – Negativrekord für die Blaubären, nie dauerte ein Bundesliga-Spiel mit ihnen kürzer.

Um irgendwelchen Fantastereien vorzubeugen: Der Tross aus dem Heckengäu war freilich mit stark gedämpften Erwartungen nach Thüringen gereist. „Uns allen war absolut bewusst“, sagte Nico Reinecke, „dass der VfB Suhl eine andere Hausnummer darstellt wie der USC Münster.“ Soll heißen: Mit einem Satzgewinn wie beim USC liebäugelte niemand bei den Blaubären. Aber die Mannschaft, so die Vorgabe des Co-Trainers, sollte mit dem Spirit vom Münster-Spiel aufs Feld laufen.

Doch davon war der TSV Flacht so weit entfernt wie ein Tanzbär von einer Berufung ins Stuttgarter Ballett. Egal ob Offensive oder Defensive, die Blaubären waren nicht konkurrenzfähig. Frauke Neuhaus hatte eine erfolgreiche Angriffsquote von 16 Prozent, der VfB Suhl hatte sich auf die Flachter Kapitänin bestens eingestellt. Suhl gelangen 13 Blockpunkte, den Blaubären lediglich winzige zwei. „Es gab kaum gelungene Aktionen, an denen wir uns hätten mental hochziehen können“, konstatierte Nico Reinecke.

Darüber hinaus produzierte das Volleyball-Personal aus dem Heckengäu Fehler am Fließband – die Bälle blieben im VfB Block hängen (13-mal), es gab Patzer im Angriff (11-mal), die Annahme schlug neunmal fehl und viermal landete ein Aufschlag nicht im gegnerischen Feld. „Wir haben eigene Fehler geleistet, die gut eineinhalb Sätze ausmachen“, räumte der Flachter Co-Trainer ein, „und wir alle wissen: Das können wir besser.“

Daher wird der niveau-arme Auftritt in Suhl auch nicht abgehakt nach dem Motto „Mund abputzen, weitermachen“. In dieser Woche vor dem Heimspiel gegen den VC Wiesbaden am nächsten Sonntag (18 Uhr) wird die Partie noch einmal durchleuchtet, um eine Antwort auf die Frage zu erhalten: Warum war die Mannschaft lediglich körperlich, aber nicht mental anwesend in der Sporthalle Wolfsgrube? „Wir müssen daraus die richtigen Lehren ziehen“, verdeutlich Nico Reinecke die Aufgabe des Trainerteams.

Denn gegen die schwächeren Gegner wie VC Wiesbaden und vor allem die Mitaufsteiger Volleys Borken und ETV Hamburg sollen sich die Blaubären physisch fit und geistig gesund in Topform befinden.


1. Bundesliga: Flachter Blaubären ernten Beifall in Suhl

Beim dritten Aufeinandertreffen der leidenschaftlichen Vereine in Flachts Erstliga-Premieren fährt der VfB Suhl erwartungsgemäß den dritten 3:0-Erfolg ein. Dennoch gibt es für die Blaubären Applaus - von beiden Seiten.

Die Kontakte aus dem Hinspiel aufwärmen
Schon die ersten beiden Begegnungen zwischen der Bundesliga-Instanz aus Suhl und dem Neuling aus Flacht machten deutlich, dass sich hier zwei sehr ähnliche Mentalitäten annähern. Die leidenschaftlichen Fans beider Mannschaften gingen von Anfang an mit großer Bewunderung aufeinander zu. Ersten guten Gesprächen in der Flachter Bärenhöhle folgten intensivere Vernetzungen in der Suhler Wolfsgrube. Dies setzte sich auch im Ligarückspiel fort, die angereisten Flachter Anhänger wurden in der Fankneipe “Fangrube” mit offenen Armen empfangen. Schon vor dem Spiel kamen beide Fanlager zusammen, um sich bei Thüringer Bratwurst und kalten Getränken auszutauschen und zu vernetzen. Auf beiden Seiten freute man sich auf das anstehende Spiel.

Suhl ist sportlich kein Gegner auf Flachter Augenhöhe
Der Spielfilm wiederum ist schnell erzählt. Es fehlte allerdings der erkrankte Cheftrainer Manuel Hartmann, sodass Nico Reinecke sein Comenback feierte. Seine Blaubären knüpften an den intensiven Auftritt in der Vorwoche beim USC Münster an und konnten den Favoriten anfangs ein wenig ärgern. Doch schnell zeigte sich: die Blaubären konnten kämpfen, wie sie wollten, der Gegner war um Klassen überlegen. Die Suhler Wölfe um Kapitänin Roosa Laakkonen, die ligabeste Angreiferin Monika Brancuska, Mittelblockerin Laura Berger oder die mit 14 Punkten erfolgreiche MVP Mackenzie Foley zeigten dem Aufsteiger deutlich, warum die auf dem zweiten Tabellenplatz sowie im Zoi DVV-Pokalfinale stehen. Flachts Spielerinnen warfen alles in die Waagschale, die sich jedoch keinen Millimeter nach unten bewegen wollte. Die engagierten Angriffe des TSV zerschellten am zu hohen Block des VfB. Kapitänin Frauke Neuhaus kam auf Seiten der Blaubären zu keiner Entfaltung, Suhls Trainer Laszlo Hollosy hatte seine Mannschaft gut auf Flachts Topspielerin eingestellt. Nach 13 Punkten im ersten Satz, reichte es für die mutigen Flachterinnen in den Folgesätzen nur zu jeweils sieben Zählern. Nach 54 Minuten war Flachts höchste Saisonniederlage im kürzesten Spiel der Blaubären besiegelt. Manche Suhler sprachen gar vom höchsten Sieg in der 20-jährigen Ligageschichte des VfB.

Van der Veer sammelt Punkte - Premiere für Lobzhanidze
Flachts beste Punktesammlerin wurde, wenn auch mit nur vier Punkten, die in den vergangenen Wochen immer stärker aufspielende Franka van der Veer. Die silberne MVP-Plakette erhielt dabei jedoch eine andere Spielerin, Hollosy entschied sich für Flachts georgische Nationalspielerin Lizzy Lobzhanidze, die damit ihre erste Auszeichnung im schwarz-blauen Trikot und in der ersten Bundesliga entgegen nahm. In der 2. Bundesliga Pro hatte sie vor zwei Saisons bereits eine Medaille für NawaRo Straubing gewonnen.

Suhler Fans applaudieren den Gästen
Der couragierte Auftritt der Blaubären wurde nach dem Spiel von den mitgereisten Fans mit kraftvollem Applaus gewürdigt, doch damit nicht genug. Auch die Ultras der Heimmannschaft bedachten den trotz des Klassenunterschiedes kämpferischen TSV Flacht mit lebenden Sprechchören, die leidenschaftlichen Wölfe unterstrichen ihre Bewunderung für das besondere Team aus dem Heckengäu. Nach Spielende fanden die Fanclubs beider Mannschaften erneut zueinander und stießen auf die Freundschaft an.

Für Flacht geht es am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen den VC Wiesbaden weiter. Auch in der Halle des VC sammelten die Blaubären bereits große Sympathien ein.

Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht
Foto: Stephan Roßteuscher