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Binder Blaubären TSV Flacht: Nach der Siegespremiere: Heimspiel gegen Aachen


Nur eine Woche nach dem historischen ersten Sieg der Binder Blaubären TSV Flacht in der ersten Volleyball-Bundesliga öffnet die Weissacher Bärenhöhle wieder ihre Pforten. Erneut wartet ein starker Kontrahent auf die TSV-Damen.

 Ein Weckruf in Wiesbaden, ein Pokalfight in Suhl, eine Invasion in Stuttgart und eine herausragende Leistung gegen Schwerin: der Auswärtserfolg beim ETV Hamburg hatte sich für die Flachter Blaubären lange angekündigt. Nach dem emotionalen Highlight in der Hansestadt treten die Damen in Schwarz-Blau zum nächsten Heimspiel an – zu Gast sind die Ladies in Black Aachen.

Die ganze Abteilung wechselt den Verein
Die Volleyball-Damen des Post-Telekom-Sportverein 1925 Aachen e. V., kurz PTSV Aachen, gastieren zum ersten Mal in der Bärenhöhle. 2013 wechselte die Volleyball-Abteilung von Alemannia Aachen zum heutigen Stammverein, seither führt die erste Damenmannschaft den offiziellen Namen „Ladies in Black“, in Anlehnung an ihre schwarz-grünen Trikots. Im deutschen Oberhaus ist die Mannschaft seit 2008 vertreten. Seither hat die Mannschaft drei dritte Plätze im Meisterschaftsrennen erreicht und konnte sich bereits international präsentieren.

Fast das ganze Team ist neu
Seit 2023 amtiert Trainerin Mareike Hindriksen in der Karlsstadt, zuvor war sie bereits für sechs Jahre Spielerin des Teams, das im Sommer einen schwerwiegenden Aderlass verkraften musste. Neun Spielerinnen verließen den Verein, die meisten ins Ausland. Einzig Mittelblockerin Sophia Fallah und Libera Kacey Jost blieben den Ladies erhalten, die restlichen neun Spielerinnen im heutigen Kader wurde im Sommer verpflichtet. Zu den Königstransfers zählen die aus Wiesbaden verpflichtete Diagonalangreiferin Celine Jebens, Aachens beste Medaillensammlerin in der laufenden Spielzeit, sowie die erstligaerfahrene Corina Glaab, die das Team als neue Kapitänin anführt.

Solides Mittelfeld, klarer Favorit              
Der Verein, der wie viele andere Erstligisten bereits ein Insolvenzverfahren durchlaufen hat, erarbeitete sich über die letzten Jahre den Status eines gesicherten Mittelfeldvereins in der ersten Bundesliga. Mit fünf Siegen aus den ersten acht Partien der Saison stehen die Aachenerinnen derzeit auf Platz fünf der Tabelle. Die jüngsten Heimspiele gingen mit 3:0 gegen Borken und Erfurt deutlich gewonnen, dazwischen gab es eine 0:3-Niederlage in Dresden. Der Favoritenstatus liegt auch vor dem nächsten Spiel eindeutig beim Gegner.

Underdog? Kein Problem!
Flacht hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie mit der Außenseiterrolle bestens umgehen können. Auch gegen die übermächtigsten Mannschaften der Liga präsentierte sich das Team von Manuel Hartmann unter der Führung von Vereins-Ikone Frauke Neuhaus, die nach ihrem zweijährigen Gastspiel in der Kaiserstadt einen hohen Stellenwert genießt, in bester Kämpfermanier. Im Debütjahr des TSV Flacht im Oberhaus kann die Mannschaft nur gewinnen. Gegen Hamburg ist dies gelungen, für manch einen fühlt sich ein Sieg des haushohen Favoriten in Schwarz und Grün dadurch gar nicht mehr so sicher an, wie es zu erwarten ist. Die Bärenhöhle ist bereit für eine weitere magische Nacht der Binder Blaubären.

Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht
Foto: Nils Wüchner"


Historischer Abend in Hamburg: Blaubären TSV Flacht feiern ersten Bundesliga-Sieg

Bei den ETV Hamburger Volksbank Volleys feiern die Binder Blaubären TSV Flacht gleich mehrere Premieren, die wichtigste ist mit Sicherheit das Ergebnis: mit 3:1 gelingt der erste Sieg nach dem erneuten Aufstieg

Lizzy Lobzhanidze schreibt Geschichte
Es war eine Szene, die in Flacht und besonders unter den mitgereisten Anhängern der Binder Blaubären TSV Flacht noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Lizzy Lobzhanidze serviert einen Aufschlag ins Feld der Hamburgerinnen. Die Annahme verspringt, einmal, zweimal. Als der Ball in der Bande einschlägt, kennt die Euphorie im Gästeblock und unter den schwarz-blauen Spielerinnen keine Grenzen mehr. Es ist vollbracht: nach sechs 0:3-Niederlagen holen die Binder Blaubären in Eimsbüttel nicht nur ihren ersten Satzgewinn der Erstliga-Geschichte, mit ihrem Ass sichert Lizzy Lobzhanidze sogar den ersten Dreier im deutschen Oberhaus.

Blaubären von Beginn an stark
Bereits im ersten Satz zeigten die Blaubären, dass die Tugenden und die Entwicklungen der vergangenen Wochen für mehr als nur ein Lob des Einsatzes taugen. Bereits früh gerieten die Hamburger Hausherren durch die wild aufspielenden Blaubären unter Druck und in nennenswerten Rückstand. Jedoch schien sich gegen Ende des ersten Satzes der Kopf einzuschalten, was, wenn es tatsächlich zum Sieg reichen sollte? In der Folge häuften sich die Fehler im Spiel der Blaubären, mit ganzen fünf Eigenfehlern im ersten Durchgang glitt den zuvor so souveränen Gästen der erste Spielsatz mit 22:25 noch aus den Händen.

Satzverlust lässt die Blaubären kalt
Doch nach dem Seitenwechsel zeigte sich die Mannschaft von Manuel Hartmann vollkommen unbeeindruckt von diesem Ausrutscher. Wie entfesselt machten Kapitänin Frauke Neuhaus und ihre Mitstreiterinnen Punkt um Punkt, was den omnipräsenten Gästeblock in Extase versetze. Dieses Mal ließen die Blaubären nichts anbrennen, mit einem deutlichen 25:20 sicherten sich dien Flachter Frauen ihren historisch ersten Satzgewinn im deutschen Oberhaus. Es sollte nicht der einzige bleiben.

Es wird nochmal knapp - aber es reicht!
Auch im dritten Spielsatz erwischten die Blaubären den besseren Start, jedoch schlichen sich erneut die Fehler in das Flachter Spiel ein. Mit nur einem Punkt Vorsprung ging es in die Crunchtime, Pessimisten sahen die harte Arbeit der Mannschaft bereits zerrinnen. Dem sollte jedoch nicht so sein. Mit Mut und Leidenschaft erarbeiten sich die Binder Blaubären den wichtigen Zwei-Punkte-Vorsprung, der schließlich mit 25:23 für den knappen Satzgewinn genügte. Nach dem ersten Satz war also auch der erste Punkt in Sack und Tüten. Für die euphorischen Gästefans war klar: der erste Sieg in der Erstligageschichte befand sich in greifbarer Nähe.

 Blaubären Flacht belohnen sich
Von diesem Szenario ließen sich die Binder Blaubären im Folgenden nicht mehr nervös machen, im Gegenteil. Unbarmherzig griffen die siegeshungrigen Flachterinnen an, feuerten Angriff um Angriff auf die Hamburger Defensive ab. Die Stimmung im Gästeblock befand sich längst am Siedepunkt und stieg mit jedem weiteren erfolgreichen Flachter Angriff immer weiter. Schließlich vollendete Lobzhanidze das Werk mit ihrem Aufschlag, der in die Geschichtsbücher des TSV Flacht eingehen wird.

Ein Abend der Superlative
99 Minuten dauerte der Kampf um den Sieg in der ETV Sporthalle Hoheluft, so lang wie noch kein Spiel zuvor. Die Bestmarke von 52 Punkten aus der Vorwoche wurde mit 97 Punkten fast verdoppelt. Bis auf die nach zwei Durchgängen ausgewechselte Sara Marjanovic und Zuspielerin Roxana Vogel punkteten alle Blaubären zweistellig, wieder einmal angeführt von Kapitänin Neuhaus mit 20 Punkten. Die MVP-Medaille wurde jedoch anderweitig vergeben, und das nicht zu Unrecht. 

Roxana Vogel bestätigt ihre Topform der letzten Wochen, nach den silbernen Auszeichnungen in Suhl und gegen Schwerin nahm sie eine historische Ehre entgegen: die goldene Plakette ist nicht nur ihre erste im Oberhaus, auch für den TSV Flacht stellt sie eine Premiere dar. Diese Ehrung nahm sie berechtigterweise entgegen, die Spielgestalterin brachte ihre Bälle zielgenau an die Mitspielerin und war für eine Zuspielerin zudem selbst auffällig gefährlich: mit sieben selbst erzielten Punkten stellte sie ihre persönliche Bestmarke der Saison auf. Besonders bemerkenswert: alle Punkte entstanden aus dem Spiel heraus, die Aufschlagpunkte überließ sie ihrer Kapitänin Neuhaus und Lobzhanidze (jeweils 3). Viermal setze sie einen Ball direkt über die Netzkante, dreimal erstickte sie die Hoffnungen ihrer Gegnerin in einem Block. Dieser stand grundsätzlich in beachtlicher Manier: satte 16 Punkte sicherte die starke Blockarbeit den Blaubären. Diesen Wert in einem Spiel konnte in der laufenden Saison nur Schwarz-Weiß Erfurt um einen Punkt überbieten, ebenfalls gegen Hamburg. Einen Spitzenwert stellte Britta Schammer auf: ganze sieben Punkte sicherte die Flachter Nummer sieben ihrem Team, keiner Spielerin im Oberhaus gelangen in dieser Spielzeit mehr Blockpunkte in einem Spiel. 

Blaubären verlassen den letzten Platz
Endlich kommt für die Blaubären der verdiente Lohn für die enormen kämpferischen Aufwendungen der vergangenen Wochen. Flacht feiert die ersten Erstligapunkte und verlässt damit auch den letzten Platz in der Tabelle. Die rote Laterne übernehmen Die Skurios Volleys Borken als damit einziger noch punktloser Aufsteiger. Dort gastieren die Flachterinnen im zwei Wochen, zuvor wird am kommenden Wochenende das letzte Heimspiel vor Weihnachten gegen die Ladies In Black Aachen ausgetragen. 

Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht
Foto: Justus Stegemann


Blaubären feiern ersten Bundesliga-Sieg

Nach sechs Niederlagen feiert Aufsteiger TSV Flacht mit einem 3:1 in Hamburg den Premierenerfolg in der ersten Liga – die mitgereisten Fans sind begeistert.

Jürgen Kemmner | Leonberger Kreiszeitung vom 08.12.2025

Hamburg/LeonbergDer Nikolaustag des Jahres 2025 wird einen ganz besonderen Ehrenplatz in der Vereinsgeschichte des TSV Flacht erhalten: An diesem Samstag gewann der Neuling sein erstes Spiel in der Volleyball-Bundesliga der Frauen – Mitaufsteiger ETV Hamburg wurde in dessen Halle mit 3:1 (22:25, 25:20, 25:23, 25:16) geschlagen.

„Das tut richtig gut – wir sind alle ungeheuer erleichtert“, freute sich Cheftrainer Manuel Hartmann nach den insgesamt 899 Spielminuten über den am Ende souverän eingefahrenen Erfolg, „wir können alle sehr stolz darauf sein, was wir da erreicht haben.“ Damit haben die Blaubären die Rote Laterne der Liga den Volleys Borken in die Hände gedrückt.

Nicht nur die Spielerinnen und Offiziellen feierten den historischen Sieg des TSV, auch die mitgereisten Anhänger aus dem Heckengäu machten mächtig Rambazamba auf der Tribüne der Sporthalle Hoheluft. „Das war ein grandioses Erlebnis“, krächzte Zsambe, einer der vier Fans im Blaubären-Kostüm, „das haben wir in der Nacht zum Sonntag ausgiebig gefeiert.“

Der 59-Jährige hatte mit seinen Vereinsbrüdern Ali, Flitzer und Timo (alle in Blaubären-Verkleidung) einen Wochenend-Trip in die Hansestadt mit dem Zug in die Hansestadt gebucht, um neben Kultur und Kiez auch die Volleyballerinnen zu erleben – die Vier sind aufgefallen in der Schar der TSV-Anhänger, die ordentlich Rabatz gemacht hatten. „Wir hatten gehofft, als wir uns für die Reise entschlossen haben, dass in Hamburg der erste Bundesliga-Sieg fällig wird“, erzählte Zsambe, der in Flacht lebt, „ich kann sagen: Wir haben alles richtig gemacht!“

Bestimmt nicht alles, aber ziemlich viel richtig gemacht haben die Spielerinnen um Kapitänin Frauke Neuhaus gegen den Mitaufsteiger. „Wir haben das gesamte Spiel über alle wichtigen Elemente sehr stabil präsentiert“, lobte Manuel Hartmann seine Mannschaft, „dass wir auch kurze Schwächephasen hatten, ist nicht ins Gewicht gefallen.“ Nur im ersten Satz vor 575 Zuschauern in der ausverkauften Halle erlaubten sich die Blaubären einen entscheidenden Patzer: Die Nerven flatterten wie ein Fähnchen bei Windstärke 12, als die Entscheidung nahte.

Die reaktivierte Ex-Nationalspielerin Kathleen Weiss setzte den Flachter Frauen drei Asse ins Feld – aus der 21:20-Führung wurde inklusive eines weiteren verlorenen Ballwechsels ein 21:24-Rückstand, und der erste Durchgang war verloren. Doch auf den schmerzhaften Nasenstüber folgte das Erwachen der Gäste: Von nun an waren die TSV-Spielerinnen nicht nur körperlich, sondern auch mental auf der Höhe. „Wir haben stets nur von Punkt zu Punkt gespielt“, unterstrich Chefcoach Hartmann, „so, wie ich das fordere – und nicht weit vorausgedacht und sich mit einem möglichen Satzerfolg beschäftigt.“

Als es in Satz zwei in die sogenannte Crunchtime ging, bauten die Blaubären ihre 19:18-Führung zum 24:19 aus – das zweite Satzball brachte den Satzausgleich. Und im dritten Durchgang waren die Nerven der TSV-Frauen aus Stahlseilen als es 21:20 stand. Das Team marschierte unbeirrt ins Ziel zum 25:23. Im vierten Satz hatten die Blaubären den ETV Hamburg geknackt,mit 25:16 war der Fisch in 22 Minuten geputzt. „Es war eine Kopfsache“, betonte Hartmann, „deshalb waren wir stabil und sind auch nicht irgendwann eingebrochen.“

Frauke Neuhaus hat ihre kleine Formdelle überwunden und war mit 22 Angriffspunkten erneut die wichtigste Waffe im Angriff, auch Zuspielerin Roxana Vogel, die als wertvollste Spielerin des TSV ausgezeichnet wurde, Mittelblockerin Lizzy Lobzhanidse und Libera Leonie Büdenbender hob der Cheftrainer etwas aus der gesamten Teamleistung heraus. „Die vier haben schon eine außergewöhnliche Performance hingelegt“, sagte Hartmann, der betonte, dass sein Team mit 14 Blockpunkten zudem einen Grundstein zum Sieg gelegt habe. „Mit der Zeit waren die Hamburgerinnen für uns immer berechenbarer“, erklärte der 41-Jährige.

Ob bei Zsambe, Ali, Flitzer und Timo eine so fundierte Spielanalyse am Samstagabend stattgefunden hat darf – bei aller Volleyball-Kompetenz des Quartetts – bezweifelt werden. Der Premierensieg in der Bundesliga wurde würdig gefeiert, nun brennen die vier im Blaubären-Pelz innigst darauf, dass bald auch in der Bärenhöhle in Weissach ein Erstliga-Erfolg begossen werden kann.