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Flachter Blaubären wollen die Serie gegen Hamburg beenden

Am Samstag schlagen die Binder Blaubären TSV Flacht wieder in der heimischen Heckengäusporthalle II auf. Der kommende Gegner weckt sowohl positive als auch negative Assoziationen.
Am Nikolaustag 2025 schrieb der TSV Flacht Bundesliga-Geschichte. Mit 3:1 schlugen die Blaubären den ETV Hamburg und sicherten sich in der Hansestadt ihren ersten Sieg in der höchsten Spielklasse Deutschlands. Anfang Februar folge der zweite Triumph, dieses Mal über den VC Wiesbaden vor heimischem Publikum. Nach zwei darauffolgenden, einkalkulierten Niederlagen gegen die Spitzenteams aus Stuttgart und Schwerin besuchen nun erneut die Hamburger das gallische Dorf im Heckengäu. Die bisherigen Besuche waren für die Blaubären allerdings wenig erfreulich.

Fünf Spiele, fünf Auswärtssiege
Seitdem die Blaubären im professionalisierten Volleyball agieren, bekamen sie es jedes Jahr mit dem ETV zu tun. Nach zwei gemeinsamen Jahren in der zweiten Bundesliga Pro zog der Turnverein aus dem Hamburger Stadtteil Eimsbüttel gemeinsam mit den visionären Flachtern ins deutsche Oberhaus. Durch die Duelle zieht sich ein roter Faden, der eigentlich gegen die Blaubären spricht. Denn in allen fünf Aufeinandertreffen der vergangenen Jahre siegte immer die Gastmannschaft. Hamburg besiegte Flacht im ersten Aufeinandertreffen in der Bärenhöhle mit 3:0, im Rückspiel revanchierten sich die Blaubären dann mit einem 3:2-Erfolg in der Hamburger Sporthalle Hoheluft. Das nächste Wiedersehen folgte in der zweiten Saison des TSV Flacht in der zweithöchsten Spielklasse, gleich zum Auftakt siegten die Frauen aus Flacht mit 3:1 im Norden. Mit einem 3:2-Auswärtssieg trübten die Gäste aus Hamburg dann das letzte Heimspiel der Blaubären in besagter Liga, bevor beide Mannschaften den Aufstieg wagten. Hernach trafen sich die beiden Kontrahenten Anfang Dezember des vergangenen Jahres, was geschah, ist Geschichte.

Die Form spricht für den TSV
Der Aberglaube spricht für die Gäste, viel mehr jedoch nicht. Der ETV Hamburg belegt nach Flachts Erfolg über den erstligaetablierten VC Wiesbaden den letzten Platz der Bundesliga-Tabelle und verzeichnet drei Punkte auf dem Konto. In der Borkener Mergelsbergsporthalle holte die Mannschaft beim Mitaufsteiger den ersten Dreier eines Aufsteigers in dieser Saison, ein weiterer kam bislang nicht dazu, im Rückspiel unterlagen die Nordlichter den Borkenern mit 1:3. Die Form der Flachter zeigt dagegen seit dem Jahreswechsel steil nach oben. Einem Satzgewinn beim USC Münster folgte der umjubelte erste Heimsieg, die Spiele gegen die übermächtigen Gegner aus Suhl, Schwerin oder Stuttgart fallen ergebnistechnisch aus der Rechnung.

Hanne Binkau: Ex-Hamburgerin macht Kampfansage
Maßgeblich am Aufschwung des großen Außenseiters beteiligt ist Außenangreiferin Hanne Binkau. Seit dem Jahreswechsel findet Flachts Nummer 8 immer mehr zur Topform, die spielintelligente 27-Jährige holte im Kalenderjahr 2026 die Hälfte aller MVP-Medaillen beim TSV, davon zwei silberne und eine goldene. Der ETV Hamburg ist ein besonderer Gegner für die Spielerin, die im vergangenen Sommer nach vier Jahren im Trikot der kommenden Gäste ihren Weg ins Heckengäu suchte. Ihre Verbundenheit zur neuen Liebe überstrahlt den Besuch der alten Weggefährten, der erste Heimsieg gegen den ETV Hamburg soll her. Hanne Binkau stellt vor dem Spiel klar: „Wir wollen diesen Heimfluch brechen. Wir wollen zeigen, dass die Halle uns gehört“!

Neuntes Heimspiel der Saison, letzte Tickets noch zu haben
Die Halle der Blaubären in Weissach öffnet am Samstagabend um 18:30 Uhr ihre Pforten, die letzten Tickets sind noch zu erwerben. Alles deutet darauf hin, dass auch das neunte Heimspiel des TSV Flacht in seiner ersten Erstligasaison restlos ausverkauft sein wird.

Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht 
Foto: Justus Stegemann


Blaubären gegen den Hamburg-Heimfluch

In der Volleyball-Bundesliga streben die Binder Blaubären TSV Flacht ihren dritten Saisonsieg an. Für Hanne Binkau hat das Spiel eine ganz besondere Note.

Stuttgarter Zeitung | 20.02.26 | Henning Maak

Weissach-FlachtEs ist eine Statistik, die ein wenig Stirnrunzeln hervorruft: Fünfmal standen sich die Flachter Blaubären und der ETV Hamburg in den vergangenen drei Jahren in den gemeinsamen Spielzeiten in der zweiten Liga Pro und in der Bundesliga gegenüber – in allen fünf Aufeinandertreffen siegte die Auswärtsmannschaft. Zuletzt setzten sich die Blaubären im Dezember vergangenen Jahres in Hamburg nach 100 Minuten mit 3:1 durch – es war der erste Saisonsieg in der Bundesliga. An diesem Samstag (19.30 Uhr) erwartet die Mannschaft von Trainer Manuel Hartmann die Hanseatinnen, die derzeit mit nur einem Saisonsieg am Tabellenende stehen, zum Rückspiel in der Heckengäusporthalle für das Außenangreiferin Hanne Binkau ein klares Motto ausgibt: „Wir wollen diesen Heimfluch brechen.“

Die 27-Jährige nimmt in diesem Duell eine besondere Rolle ein – sie hat bereits das Trikot von beiden Mannschaften getragen. Vier Jahre lang spielte die gebürtige Berlinerin für den ETV Hamburg, ehe sie 2024 nach Flacht wechselte. Funfact am Rande: Nach dem Gastspiel der Blaubären in Hamburg (3:2) im Jahr 2023 fragte sie den damaligen Coach Nico Reinecke ganz unverblümt, ob sie in der kommenden Saison für Flacht spielen könne. „Ich hatte damals mein Studium abgeschlossen und wollte beruflich in den Großraum Stuttgart wechseln“, erklärt die Elektroingenieurin schmunzelnd.

Mit den Menschen im Süden und ihren Mitspielerinnen kam das Nordlicht von Anfang an gut klar. „Das Schwäbische war der einzige kleine Kulturschock“, sagt sie. Zum Volleyball kam Hanne Binkau über ihre Mutter, die in einer Freizeitmannschaft spielte. „Sie hat mich immer in die Halle mitgenommen, und ich wollte dann immer alles ausprobieren“, erinnert sie sich noch gut.

2007 begann Hanne Binkau ihre Karriere beim VC Preußen Berlin. Über das Bundesstützpunktteam des VC Olympia Berlin kam sie zur SG Rotation Prenzlauer Berg, wo sie 2015 die deutsche U18-Meisterschaft feiern konnte und stets mit der Trikotnummer zwölf auflief.

Studienbedingt wechselte sie dann nach Hamburg, wo sie in der dritten und zweiten Liga spielte, unter anderem beim Nachfolgeverein des Ex-Bundesligisten Aurubis Hamburg – mit der Trikotnummer zehn, weil die zwölf schon vergeben war. In Flacht hat sie nunmehr die Acht. „Zwölf und zehn waren beide schon weg“, erzählt Hanne Binkau lachend. „Ich hoffe, ich spiele nicht irgendwann mal mit der Null.“

Im Fokus dürfte die Außenangreiferin am Samstag auch deshalb stehen, weil sie in den sechs Spielen dieses Jahr dreimal zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde. „Die Wahl hat gepasst, sie war in den drei Partien stets eine der besten“, findet Blaubären-Trainer Manuel Hartmann. In seinen Augen ist die 27-Jährige die beste Annahmespielerin des Teams. „Sie liefert jetzt stabil gute Leistungen ab“, lobt Hartmann, der Hanne Binkau als eine „Ankerspielerin“ bezeichnet. „Sie strahlt Erfahrung aus, hilft und korrigiert ihre Mitspielerinnen. An ihr können sich andere aufrichten“, charakterisiert sie ihr Coach.

Die Außenangreiferin selbst sieht noch einen anderen Grund für ihre Leistungssteigerung: „Mir hat die einwöchige Pause über Weihnachten sehr gut getan, da konnte sich mein Körper etwas erholen“, erklärt sie. Nach ihrer Ansicht wird am Samstagabend die mentale Einstellung über Sieg oder Niederlage entscheiden. „Die bisherigen Duelle mit ETV Hamburg waren immer eng, die Spiele hätten auf beide Seiten kippen können“, findet sie rückblickend. Ähnlich sieht dies Trainer Hartmann: „Hamburg ist auf jeden Fall ein Team in Reichweite, viel wird von der Tagesform und auch ein bisschen vom Faktor Glück abhängen“, prognostiziert er.

Optimistisch stimmt ihn, dass die Formkurve der Blaubären in den vergangenen Wochen – mit Ausnahme der Partie in Suhl – deutlich nach oben geht. Auch Hanne Binkau ist mit dem Verlauf der Premierensaison überaus zufrieden: „Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Entwicklung genommen haben“, sagt sie. Siege gegen Hamburg und den anderen Mitaufsteiger Skurios Volley Borken im letzten Heimspiel wären die „Kirsche auf der Torte“. Am Samstagabend gelte gegen den Hamburger Heimfluch daher: „Wir wollen zeigen, dass die Halle uns gehört!“


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Der Blaubären-Coach hadert: 28 Fehler sind zu viele

Volleyball-Bundesligist Binder Blaubären TSV Flacht unterliegt beim SCC Palmberg Schwerin mit 0:3 – Trainer Manuel Hartmann sieht Negatives wie Positives.

Jürgen Kemmner | Leonberger Kreiszeitung vom 16.02.2026

Schwerin/LeonbergFür Manuel Hartmann war die Reise nach Schwerin ein Kurztrip in die Vergangenheit – zwischen 2016 und 2018 war der heute 39-Jährige Co-Trainer des SSC Palmberg Schwerin. Sein damaliger Chef Felix Koslowski ist noch immer beim norddeutschen Club in Amt und Würden, und er feierte den erwartet souveränen 3:0(25:12, 25:12, 25:19)-Erfolg über die Binder Blaubären TSV Flacht.

„Es war von Beginn an klar, dass Schwerin diese Partie dominant gestalten und unbedingt souverän gewinnen will“, sagte Manuel Hartmann, „das hat uns mental schon überrascht.“ Soll heißen: Koslowski hatte seine erste Sechs aufs Feld geschickt und seine Stammkräfte bis Ende des ersten Satzes durchgängig dort belassen.

Keine Experimente gegen einen Aufsteiger hieß das SSC-Motto. Denn am 24. Januar hatte Schwerin zwei Sätze an die Skurios Volleys Borken abgegeben, das sollte sich gegen den TSV Flacht vor eigenem Publikum keinesfalls wiederholen. So war’s keine Überraschung, dass das Team aus der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern die ersten beiden Durchgänge wie ein Waschmaschinen-Schnellprogramm in 38 Minuten abgespult und die Blaubären ordentlich durchgeschleudert hatte. „Wenn die erste Sechs des SSC in guter Verfassung antritt“, sagte der TSV-Cheftrainer, „sind wir auf verlorenem Posten.“ Dazu gesellten sich viele Fehler bei den Flachter Frauen – 28 unerzwungene Patzer standen lediglich zwölf des SSC gegenüber. „Das waren viel zu viele“, kritisierte Hartmann, „das sind mehr Punkte als für einen Satz nötig sind.“

Gegen die Aufschläge von Ex-Junioren-Nationalspielerin Mia Kirchhoff (21), die die Bälle mit einem harten Topspin übers Netz hämmerte, fand der TSV Flacht kein Mittel – im zweiten Satz sammelte Kirchhoff für den SSC Schwerin zehn Punkte in Folge und bald war auch dieser Durchgang mit 25:12 an die Gastgeber gegangen. Erst im dritten Satz schaltete Schwerin einen Gang zurück, SSC-Trainer Koslowski gab seiner zweiten Garde Einsatzzeit – seinerseits hatte Hartmann schon gegen Ende des zweiten Satzes begonnen durchzuwechseln. „Dann hat sich ein Spiel entwickelt, es war einigermaßen ausgeglichen“, meinte der Blaubären-Coach. 

Dabei trumpfte Sara Marjanovic ordentlich auf, die in den Partien zuvor nur wenig Spielzeit erhalten hatte – mit neun Angriffspunkten war die 25 Jahre alte Außenangreiferin die erfolgreichste Spielerin der Blaubären von Hanne Binkau (3) und Frauke Neuhaus (2). Folgerichtig wurde Sara Marjanovic zur wertvollsten Spielerin des TSV Flacht gewählt. „Sie hat sich sehr gut präsentiert“, unterstrich Manuel Hartmann, „ihr beherzter Auftritt hat auch dem Rest der Mannschaft Sicherheit gegeben.“

Die Blaubären legten im dritten Satz die Nervosität ab, spielten lockerer und hätten fast die 20-Punkte-Hürde übersprungen. So fand Hartmann eine positive Erkenntnis aus dem 0:3. „Wir haben gesehen“, sagte der Cheftrainer, „dass wir genug Breite im Kader haben – alle Spielerinnen waren bereit auf dem Feld.“ Eine gute Botschaft, wenn nun die Gegner vor der Tür stehen, gegen die sich die Blaubären punktemäßig etwas ausrechnen: der ETV Hamburg nächsten Samstag (19.30 Uhr), die Auswärtspartie bei den Ladies in Black Aachen am 1. März und Borken am 7. März in der Heckengäusporthalle.